Kormoran

Der Kormoran

Phalacrocorax carbo

Kormorane sind mittlere bis große, kräftige Seevögel, die gewöhnlich ein dunkles Federkleid tragen und als Küstenvögel gelten. Einige Arten haben auch Binnengewässer kolonisiert. Der Kormoran frisst vornehmlich Fische, die er tauchend jagt

Kormorane sind als Brutvögel über ganz Mitteleuropa bis hin nach Asien verbreitet. Weltweit gibt es in der Färbung etwas abweichende Unterarten dieses fast gänsegroßen Vogels. Als Fischfresser hält er sich zwangsläufig an Meeresküsten, aber auch entlang von Flüssen und fischreichen Seen auf. In der Algarve findet der Kormoran also ausreichend Lebensraum. In den nördlichen Flachküsten-Bereichen aber, wie zum Beispiel an der Ostsee, brüten Kormorane in Baumgruppen. An der Nordsee sind sie auf alten Leuchttürmen, auf Schiffswracks und sogar auf flachen Dünen kleiner geschützter Vogelinseln zu finden. Vor allem sind günstig und sicher gelegene Felsküsten von Norwegen, Schottland und England vom Cormorant besiedelt. Die meisten Brutkolonien bestehen aus weniger als 500 Nestern, aber im ungestörten hohen Norden werden vereinzelt über 3.000 Paare gezählt. Die fast überall unnachsichtige Verfolgung durch den Menschen, der den Kormoran als Konkurrenten beim Fischfang betrachtet, brachte den Vogel vor rund dreißig Jahren in vielen Brutgebieten an den Rand des Aussterbens. Jahrzehntelange, intensive Schutzbemühungen ließen die Brutpaare inzwischen kräftig ansteigen. Heute schlägt das Pendel allerdings wieder ins entgegengesetzte Extrem aus: Der Ruf der Fischer nach Vernichtung dieser interessanten Vögel wird wieder lauter. In Einzelfällen schenkten Politiker dem Wunsch Gehör. Der Einblick in den Betrieb in größeren Brutkolonien ist faszinierend. Die meisten Bäume sind durch den Kot weißbekalkt und haben das Laub verloren. Es findet pausenlos ein An- und Abflug der Eltern zwischen Kolonie und den oft entfernt liegenden Fischgründen statt. Die meist drei bis vier Jungen eines Nestes betteln laut, stecken ihre Schnäbel lief in den Schlund der Eltern und nehmen so den vorgewürgten Fischbrei auf. Warum Kormorane nicht auch, wie die verwandte Krähenscharbe, auf den Felsen der langen portugiesischen Küste brüten, ist nicht bekannt. In den letzten Jahren ist Frankreich ein wichtiges Überwinterungsgebiet geworden. Aber auch in der Algarve halten sich Nichtbrüter oder Gastvögel des Corvo-marinho (svw. ,,Meeresrabe”), wie die Art hier heißt, ganzjährig auf. Im Winterhalbjahr ist ihre Anzahl durch Zuzug noch höher und der Kormoran kann in dieser Jahreszeit vielerorts gut beobachtet werden. Gern ruhen die Vögel auf Felsvorsprüngen, auf Bojen von Hafenanlagen oder auf umgestürzten Bäumen. Die Sitzgelegenheiten müssen aber einen freien Blick bieten und möglichst am oder über schützendem Wasser liegen. Während der für den Fischfang erforderlichen längeren Tauchgänge benetzt das Gefieder, was den Tieren ein tieferes Tauchen ermöglicht. Um danach eine bessere Flugfähigkeit zu erreichen, werden die Flügel zum Trocknen eine längere Zeit weit ausgebreitet gehalten. Dadurch kann das im Sonnenschein gut sichtbare, dachziegelartig gemusterte Gefieder an der Luft schneller trocken. Manche chinesische und auch japanische Fischersleute legen gezähmten Kormoranen einen engen Ring um den Hals, um mit ihm Fischfang zu betreiben. Nach Erbeuten eines größeren Fisches schwimmen die Vögel, weil der Fisch im Hals stecken bleibt, in ihrer Not zum Boot und lassen sich die Beute abnehmen. So geht es mehrere Male, bis der Mensch genug Fische gesammelt hat und der Vogel seinen Anteil b e –

Text : DR. MANFRED TEMME

 

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