Meerestiere an Portugals: Küste Meeraal

Conger Lat: Conger conger GB: Conger P: Safio

Der Meeraal oder Conger wird häufig auch als Seeaal bezeichnet. Was das Aussehen und die Fortpflanzung betrifft, hat er große Ähnlichkeit mit dem Flussaal: er hat einen langgestreckten, schlangenförmigen grauen Körper und ist ein gieriger und aggressiver Raubfisch. Die Haut ist schuppenlos und an der Unterseite heller.

Meeraalweibchen können bis 3 Meter lang und 60 Kilogramm schwer werden, die Männchen werden nur etwa halb so lang und schwer. Der Conger ist sehr viel magerer als der Flussaal. Er besitzt einen Fettanteil von etwa 5 %. Sein festes weißes Fleisch ist überaus delikat ­ und darüber hinaus noch preiswert ­ und wird in Spanien und Portugal sehr geschätzt. In Spanien als Bestandteil der Paella und in Portugal als Zutat zur Fischsuppe. Wie die meisten Fische ist auch der Meeraal nachtaktiv: Tagsüber versteckt er sich in Höhlen und nach Sonnenuntergang geht er auf Beutefang. Dabei frisst er praktisch alles, was das Meer bietet und was kleiner als er selbst ist. Wie die Muräne ­ mit der er sich manchmal sein Versteck teilt ­ schaut er mit seinem grauen, schwer zu erkennenden Kopf aus seiner Höhle, was ein wenig unheimlich aussieht. Wenn er Beute erblickt, stößt er blitzschnell zu. Er lebt in sehr geringen Tiefen, sogar im Gestein von Hafenbefestigungen. Man findet ihn aber auch in Wracks und Grotten bis zu 100 Metern Wassertiefe. Genau wie der Flussaal vermehrt sich der Meeraal nicht in Gefangenschaft. Zum Laichen zieht er in tiefere Gewässer. Man weiß allerdings nicht genau, wo sich diese befinden. Bisher hat man nur herausgefunden, dass es mehrere gibt und dass sie von Europa nicht so weit entfernt liegen, wie das Laichgebiet der Flussaale (Sargassomeer). Das Weibchen legt 3 bis 8 Millionen Eier. Danach stirbt es. Der Genuss wird leider durch zahlreiche Gräten im Rücken und im Schwanzteil stark gemildert. Wenn man es einrichten kann, sollte man besser nur ein vorderes Stück erwerben. Allerdings sind die Händler auf dem Fischmarkt auch nicht auf den Kopf gefallen: Der Meeraal wird häufig bereits in portionierten Scheiben angeboten, von denen nur jeweils ein vorderes und hinteres Stück abgegeben wird. Mit dem Verlangen nach mehreren vorderen Teilen erntet man gerne einen Heiterkeitsausbruch. Ein Trost: der hintere, grätenreiche Teil des Meeraals eignet sich ganz herzvorragend dazu, einen Fischfond zu kochen.

Gräten: normalerweise gar nicht so schlimm, wenn man weiß, wo sie sind.
Überraschend viele Menschen scheuen den Verzehr von Fisch, weil sie Angst vor Gräten haben. Dabei ist die Trennung von Fleisch und Gräten ganz einfach. Wenn man weiß, wo sich die Gräten befinden. Fast jeder Fisch besitzt ein ähnliches Grätenmuster. Die großen Gräten entlang der Wirbelsäule (in der Zeichnung schwarz) sind in der Regel leicht erkennbar und kein Problem. Die kleineren Gräten der Rücken- und Bauchflossen ­ die beim Plattfisch ringsum vorhanden sind ­ sind nicht so leicht zu erkennen. Aber wenn man davon weiß und genauer hinschaut, sind auch sie leicht zu entfernen. Danach ist die hintere Hälfte des Fisches praktisch grätenfrei. Die ,,Quergräten” im Bauchbereich sind auch leicht zu finden, wenn man die Scheiben des Fleisches nach und nach und langsam zu sich nimmt. Eine Ausnahme bilden leider Muräne und Meeraal, die an der Oberseite und im hinteren Bereich kleine, längs- und quersitzende nadelartige Gräten besitzen. Einziger Rat: langsam und vorsichtig essen.

 

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