Wiedehopf

Upupa epops

Der Wiedehopf
Vor allem im Fluge ist der bunte Wiedehopf einer der auffälligsten Vogelarten in der Algarve. Ruht er aber in naturnaher Umgebung, wird er leicht übersehen

Der Wiedehopf kommt in mehreren Teilen Europa vor, doch sind die Bestände nördlich der Pyrenäen und Alpen sehr ausgedünnt. In Südeuropa, und somit in der Algarve, ist er wesentlich häufiger anzutreffen und gehört hier zu den farbenprächtigen Vogelarten. Er ist gut starengroß, wirkt aber durch seinen Federschopf und dem langen dünnen Schnabel größer. Sicher ist er schon vielen Residenten und manchem Urlauber begegnet. Es ist die bei Erregung aufgerichtete Federhaube, die dem Wiedehopf seinen Namen in mehreren Sprachen, beispielsweise in Englisch (Hoopoe) und Portugiesisch (Poupa), gegeben hat. Trotz seiner auffälligen Gefiederzeichnung kann er in kontrastreich strukturiertem Gelände oder Blättergewirr der Bäume leicht übersehen werden. Wenn der Vogel auffliegt oder direkt vor dem Betrachter flüchtet, entfaltet er seine ganze Pracht und fällt dann durch seinen schmetterlingshaften wellenförmigen Flug mit den breiten schwarzweiß gebänderten Flügeln, Schwanzfedern und rostbraunem Körper sofort ins Auge. Im Frühjahr verrät der stereotype Balzruf, oft von hohen Warten (Antennen, Telefonkabeln oder Araukarien) vorgetragen, ein gedämpftes, aber weit zu hörendes und oft wiederholtes ,,hup hup hup” die Anwesenheit eines Revierinhabers. Wegen seiner bevorzugten Bodenjagd war er ursprünglich ein Vogel der offenen Landschaft. Inzwischen hat er sich an menschliche Veränderungen des Lebensraumes angepasst, so dass man ihn in Hausgärten mit Baumbeständen, vor allen Pinien, zwischen Ferienhäusern oder selbst nahe bei Hotels beobachten kann. Entsprechend ist auch seine Nistplatzwahl. Ohne viel Auskleidung wird das Nest in ausgefaulten Astlöchern, Steinwällen oder Mauernischen angelegt. Einen sehr kuriosen Nistplatz entdeckte ich kürzlich vor einer verlassenen Fabrikhalle. Dort stand ein aus mehreren Stufen bestehendes Treppenteil aus Lochsteinen. An der unteren Stufe befand sich ein Einschlupfloch, während auf der nächsthöheren ein nur fingergroßes Loch existierte. Durch dieses wurde das Weibchen vom Partner mit Futter versorgt, während es auf den vier hellgraublauen Eiern 16 Tage lang brütete. Zur Nahrung gehören meist größere Insekten wie Maulwurfsgrillen, Heuschrecken, Raupen und gelegentlich kleine Eidechsen. Aus menschlicher Sicht ist der Vogel recht nützlich, weil er viele der gefürchteten stark behaarten Raupen des Prozessionsspinners vertilgt. Unter Bäumen stochert er diese aus dem gefallenen Laub oder dem Nadelteppich unter Pinien heraus. Dann befreit er sie durch längeres Hin- und Herschlagen von den Haaren, die bei Berührung bei Mensch und Tier heftige allergische Hautreaktionen hervorrufen können. Die Jungen haben eine Abwehrreaktion gegen Feinde entwickelt, indem sie ihnen entweder Kot oder übelriechendes BürzeldrüsenSekret entgegenspritzen.

Text: DR. MANFRED TEMME

 

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