0809 Fi Gelbstrieme

Vorkommen in Europa

Meerestiere an Portugals Küste
Gelbstrieme (Blöker) Lat: GB: P: Boops boops Bogue Boga
Die Gelbstrieme verdankt ihren Namen den wunderschönen gelben Steifen auf ihrem langgestreckten Körper. Der Bauch glänzt hell-silbern. Sie ist ein Schwarmfisch, der sich vorwiegend über Seegraswiesen oder bei algenbewachsenen Felsen in Bodennähe aufhält. Auch in Flussmündungen ist sie anzutreffen. De Fisch gehört zur Familie der Meerbrassen, wie beispielsweise die Goldbrasse und die Geißbrasse, sieht aber völlig anders aus als ihre Verwandten. Während ihre bekannten und beliebten Schwestern eher flach und ovalförmig aussehen, hat die Gelbstrieme eine schlanke, längliche, eher spindelartige Form, die eher einer Sardine oder kleinen Makrele ähnelt. Auch von der Größe her erinnert sie mehr an diese beiden Fische. Sie wird maximal 40 cm lang. Auf dem Fischmarkt wird sie meistens mit einer Länge um 15 cm bei einem Gewicht um 100 Gramm angeboten und befindet sich damit in der ,,Kleinfischabteilung”.

Die Gelbstrieme genießt einen nicht so besonders guten Ruf, völlig unverständlich, gehört sie doch zu den guten und sehr preiswerten Fischen. Sie hat wohlschmeckendes Fleisch, wie die anderen Brassen auch, das sich hervorragend zum Grillen und Braten eignet. Beim Schuppen des Fisches muss man allerdings sehr vorsichtig zu Werke gehen: nicht zu fest drücken, sonst wird die Gelbstrieme matschig. In gebratenem Zustand ist das Fleisch nicht weich, sondern hat eine feste Konsistenz, ähnlich wie eine gebratene Sardine oder Makrele. Sehr gut schmecken auch filetierte, in Zitrone oder Essig marinierte Gelbstriemen. Noch besser ist es, sie in einer Weißwein-Essig-Mischung einzulegen: das ist etwas milder.

Die Gelbstrieme ernährt sich als junger Fisch räuberisch von Kleintieren. Später zieht sie eine vegetarische Nahrungsaufnahme (Algen, Seegras) vor. Das hat zur Folge, dass sie relativ viel Innereinen und einen langen Darm hat.

Der Seeteufel: Unschön aber schmackhaft

Schöne Fische
Die Gelbstrieme gehört mit ihren leuchtenden Augen und den glänzenden gelben Steifen zu den schönsten Fischen. Vor allem unter Wasser sieht sie beeindruckend aus. Auch auf dem Fischmarkt besticht die Gelbstrieme noch durch ihre leuchtenden Farben. Dass die Gelbstrieme trotz ihrer optischen Schönheit auf dem Fischmarkt oft bewundert wird, bei Kennern aber nicht so einen besonders guten Ruf besitzt, liegt wohl daran, dass sie gutes Fleisch hat, aber doch nicht von überragendem Geschmack. Es ist scheinbar eine Laune der Natur, dass manchmal schöne Meerestiere eher durchschnittlich munden, während ­ nach unserem Schönheitsideal ­ hässliche Fische mit hervorragend schmeckendem 50 Fleisch gesegnet sind. Manche Fischkenner behaupten sogar: ,,Die hässlichsten Fische schmecken am besten; wohl ein Selbstschutz”. Und dann hört man noch oft von ihnen: ,,Wir wollen die Fische ja nicht heiraten, sondern essen.” Tatsächlich steckt in dieser Meinung etwas mehr als ein Körnchen Wahrheit. Tiere wie der Seeteufel (Tamboril), der Drachenkopf (Rascasso) oder der Sepia (Choco) entlocken städtischen Touristen oft einen Ruf des Entsetzens (,,Ihhh…, das soll man essen?”), besitzen aber das beste Fleisch, das man sich vorstellen kann. Vielleicht ist die Hässlichkeit der genannten Fische tatsächlich ein Selbstschutz: Nicht auszudenken, was geschehen würde, wenn Seeteufel und Drachenkopf auch noch schön wären. Es gäbe die Arten wahrscheinlich kaum noch. Auf den Fischmärkten der Algarve ist dieser ,,Igitt-Effekt” zwar immer wieder zu beobachten, aber um der Wahrheit die Ehre zu geben, ist er bei weitem nicht so ausgeprägt wie in deutschen Fischgeschäften. Fische, die verwöhnten optischen Ansprüchen nicht entsprechen, werden dort gar nicht erst angeboten. Oder nur als Filet. Zum Beispiel gibt es auch in der Nordsee massenhaft den Sepia. Aber hat schon jemand einen frischen Sepia in der Auslage eines Hamburger Fischhändlers gesichtet? Sicherlich nicht! Der Grund: Er würde aus optischen Gründen einfach nicht gekauft; vielleicht sogar kaufwillige Kunden zum weiteren Einkauf abschrecken. Also wird der bedauernswerte Sepia dort zwar als Beifang gefangen, aber meistens zu Fischmehl verarbeitet.

ESA 09/08

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