Die Einkommensteuer

neues und Änderungen ab 2014

Die Steueränderungen für das Jahr 2014 sind veröffentlicht worden. Für die Einkommensteuer wurden folgende Bestimmungen hinzugefügt bzw. geändert:

1. Rechnungen als „Lotterie-Lose“ (Fatura da sorte)

Die Finanzverwaltung will mit aller Gewalt verhindern, dass Geschäfte getätigt werden ohne Rechnung. Neben den diversen Bestimmungen und Anforderungen an die Vorschriften der Rechnungserstellung, Lieferscheine, etc. wird jetzt ein weiteres Verfahren zur Minderung der Geschäfte ohne Rechnung eingeführt, das Lotterie-System. Es soll damit im Idealfalle erreicht werden, dass alle Steuerpflichtigen Rechnungen verlangen. Damit auch ein entsprechender Anreiz für die Bevölkerung gegeben ist, können diese Rechnungen dann als Lotterie-Los zur Verlosung eines Kraftfahrzeuges der gehoben Klasse verwendet werden. Nach Mitteilungen der Finanzverwaltung hat sich die Anzahl der insgesamt ausgestellten Rechnungen erheblich erhöht.

2. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Categoria A): Minderung der Steuerbasis

Es gibt Möglichkeiten, dass Beiträge zur privaten Krankenversicherung nicht der Lohnsteuer unterliegen, wenn diese Beiträge durch den Arbeitgeber gezahlt werden.

3. Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit (Categoria B)

Beim vereinfachten Besteuerungsverfahren wurden die Koeffizienten und die Umsatzgrenze neu festgesetzt, der Verlustvortrag, die Tributação Autonoma (Sondersteuer auf bestimmte Kosten) und die Steuervorauszahlungen wurden geändert. Sie möchten sich einschreiben lassen in das Regime simplificada, dem vereinfachten Besteuerungsverfahren. War die Umsatzgrenze in der Vergangenheit e 150.000, so wird diese ab 2014 erhöht auf e 200.000. Die Koeffizienten wurden gemindert von 20 % auf 15 % bei Warenverkäufen und im Hotel- und Restaurantgewerbe. Bei den Berufsgruppen gem. Art. 151 CIRS beträgt der Koeffizient 75 %. Weitere Koeffizienten liegen bei 95 % (z.B. Lizenzeinnahmen), 30 % (z.B. bei bestimmten Zuschüssen), 10 % (z.B. vorübergehende Verpachtung des Unternehmens). Der Verlustvortrag wurde erhöht auf zwölf Jahre. Jetzt haben wir mittlerweile 4 verschiedene Zeiträume der Verlustvorträge (12, 6, 5 und 4 Jahre). Was dieses Spiel mit den Verlustvorträgen soll, kann Ihnen nur ein Parlamentarier erklären; das hat mit Wirtschafts- und Steuerrecht nichts mehr zu tun (allenfalls mit Monopoly und Sandkastenspielen). Die Sondersteuer auf bestimmte Kostenarten (Tributação autonoma) ist auch ein beliebtes Spiel der Steuerpolitik geworden. Die Palette der Prozentsätze: 5 %, 10 %, 15 %, 20%,25%,35%,45%,50%,60%,70%, 80 %, quasi ein neues Steuergesetz. Auch immer mehr Bedeutung finden die Steuervorauszahlungen. Es gibt darüber hinaus noch neben den normalen Vorauszahlungen zusätzlich die Sondervorauszahlung und die Spezialvorauszahlung. Ich habe permanent Schwierigkeiten, dies alles meinen Mandanten zu erklären. Da werden Verluste deklariert und der Fiskus fordert Vorauszahlungen. Für die Berechnung der einfachen Vorauszahlung wird eine mathematische Formel angewandt, die ich an dieser Stelle nicht weiter kommentieren will. Auch mit einer noch so verfeinerten Formel, man kann zukünftige steuerpflichtige Einkünfte nicht voraussagen.

4. Einkünfte aus Kapitalvermögen (Categoria E): Die Besteuerungsgrundlage wurde gemindert

Hier gibt es Änderungen bei der Kapitalausschüttung an Gesellschafter.

5. Veräußerungsgewinn (Categoria G): Die Besteuerungsgrundlagen wurden erweitert

Die Besteuerungsgrundlage wurde erweitert auf Verschmelzung, Spaltung und Tausch von Gesellschaftsanteilen.

6. Não Residentes: Anpassung des Steuersatzes auf alle Einkünftsarten

Bei Non Residentes kann für alle Einkünfte, bezogen aus Portugal, beantragt werden, die Besteuerung nach dem normalem Steuersatz für Residente anzusetzen, wenn nachgewiesen wird, dass 90 % des Gesamteinkommens aus Portugal bezogen werden. Prüfen Sie bitte unbedingt Ihre Einschreibung beim Finanzamt. Ist Ihr Lebensmittelpunkt nicht Portugal oder Sie leben weniger als 183 Tage in Portugal, prüfen Sie bitte Ihren Status bei der Finanzverwaltung. Denn dort sind Sie in der Regel eingeschrieben als Resident (aus welchen Gründen auch immer). Veranlassen Sie bitte unbedingt entsprechende Änderung.

7. Weitere Änderungen: Verjährungsfristen

Die Verjährungsfristen betragen im Normalfalle 4 Jahre. Dies bedeutet z.B., dass das Jahr 2009 bereits verjährt ist. Die Verjährungsfrist beträgt 12 Jahre, wenn Einkünfte aus steuerbegünstigten Ländern (Offshore) nicht versteuert wurden. Weiterhin beträgt die Verjährungsfrist 12 Jahre, wenn in der Steuererklärung ausländische Bankkonten nicht mit IBAN und BIC angegeben wurden. Diese Angaben sind zu machen in der Anlage J, Feld 5 zur Einkommensteuererklärung.

Heinz Dieter Hünermund

ESA 03/14

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