Besinnung auf das Wesentliche

Dieses Jahr führten die allerorts knappen finanziellen Mittel dazu, dass weniger Weihnachtslichter unsere Straßen beleuchten werden. Doch Algarve-Bewohnern und Behörden gelang es trotzdem, ein abwechslungsreiches Programm aufzustellen

Während in der Vergangenheit die Rathäuser oft Beträge bis 250.000 für die Weihnachtslichter ausgaben, wurde dieses Jahr, aufgrund der finanziell schwierigen Lage, darauf verzichtet. So z. B. Aljezur, Lagoa und Silves. Im Internet läuft sogar die Petition ,,Queremos um Nazal sem Luzes em Portugal” (http://www.peticao publica.com), die bewirken will, dass alle Rathäuser im Land auf die Beleuchtung verzichten und das Geld in dringend benötigte Projekte investieren.

Trotz Krise, Schuldenberg und Petition bestehen einige der Rathäuser auf die Beleuchtung. In Faro, wo vor kurzem die Zahlungsunfähigkeit der Stadt erklärt wurde, beschloss Macário Correia immerhin die Ausgaben um 40 % auf ein Maximum von 70.000 zu reduzieren. Loulé kaufte neue Beleuchtung, gab aber statt 178.897 wie im Vorjahr nur 124.995 dafür aus. Die Stadt Portimão, deren Sanierungsplan im November beim Rechnungshof eingereicht wurde, spart hingegen nicht. 200.000 werden investiert ­ laut Pressemitteilung, um den traditionellen Handel zu unterstützen.
Für die Algarve Rathäuser sind dies hohe Summen, auch wenn sie verglichen mit den 846.000, die in Lissabon dieses Jahr für die Weihnachtsbeleuchtung ausgegeben werden, recht niedrig erscheinen. Auch was die Silvesterfeuerwerke und -Konzerte betrifft werden viele Rathäuser der Region darauf verzichten oder die Ausgaben beschränken. Über Zehnminütige Feuerwerke, wie letztes Jahr in Portimão, werden wohl kaum vorkommen.
Die weihnachtliche Atmosphäre ist aber trotz geringer Mittel gesichert. Bürgermeister, Kulturvereine und Bürgerinitiativen der Algarve bemühten sich, Anwohnern und Touristen schöne Feiertage zu bieten.
In praktisch jedem Ort findet ein Weihnachtskonzert statt (s. S. 28). Während in Vorjahren oft internationale Musiker engagiert wurden, wird dieses Jahr aus den eigenen Schätzen geschöpft. Zu den wenigen Ausnahmen gehört das Konzert ,,Europäisches Weihnachten” des portugiesischen Kammerorchesters (18. Portimão, TEMPO, 21.30 h, 10). Unter der Leitung des Maestro Pedro Carneiro bringt das Kammerorchester eine Reise durch verschiedene Musikrichtungen. Darunter Piotr Ilyich Tschaikowskys vor Leben pulsierende Serenade für Streichorchester, und die Rhythmen des portugiesischen Komponisten Joly Braga Santos, die das Publikum sicher erwärmen werden, sowie Wiener Walzer und italienische Arien.
Passend zur Weihnachtszeit wird im Arade-Pavillion (19. Parchal, 17 h, s. S. 28) ,,Der Nussknacker” von dem Moscow Tchaikovsky Ballett aufgeführt. Eines der populärsten Ballette, das Kinder sowie Erwachsene gleichermaßen begeistert.
Typisch deutsche Weihnachtsmärkte fehlen auch nicht (s. S. 28). In Aljezur wird der Markt u.a. von den Vereinen Tertúlia, Aljezur und Janela Aberta 21 organisiert. Vom 10.12. – 12.12. (für ÖZ. S. S. 28) werden etwa 40 Aussteller eine große Vielfalt an Kunst und Kunsthandwerk in angenehmer weihnachtlicher Atmosphäre anbieten. Auch für das leibliche Wohl ist mit Glühwein, Kaffee und Kuchen gesorgt. Zudem gibt es ein reichhaltiges kulturelles Programm u.a. mit dem Internationalen Chor von Aljezur, Irish Folk, Ballett mit der Ballettschule Lagos, Akkordeonspielern, verschiedenen Solokünstlern, Jongleuren.
Deutsche Leckereien, Glühwein, Kunsthandwerk, Pflanzen und viele andere Geschenkideen sind auch auf dem Weihnachtmarkt des Almancil International Rotary Club bei Zonda zu finden (4.12. Almancil, 11 h – 17 h, Mob 916 357 718). Für die musikalische Stimmung sorgt u.a. Georg, der Drehorgelspieler. Auch die Deutsche Schule Algarve lädt am 11.12. (17 h) zu ihrem Weihnachtsbazar im Schulgebäude nahe Silves ein.

Neben dem kommerziellen Aspekt soll der besinnliche Anlass des Festes auch nicht zu kurz kommen. Bereits zum fünften Mal werden die in der Algarve ansässigen Österreicher in Zusammenarbeit mit dem Rathaus von Albufeira das Friedenslicht nach Albufeira bringen. Seit 1986 reist dieses Licht jährlich von Bethlehem aus in die ganze Welt als Botschafter des Friedens und um die Geburt Jesu zu verkünden. Am 18.12. wird das Friedenslicht in die Hauptkirche von Albufeira gebracht und am 19.12. auch in die Kirche von Ferreiras. Weitere Informationen zu den Veranstaltungszeiten unter Mob 966 338 141. Und zur deutschsprachigen Christvesper laden die Freie Evangelische Gemeinde Lagos und die Evangelische Gemeinde in Carvoeiro ein (s. S. 29). Viel Spaß, frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

Anabela Gaspar
ESA 12/10

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