| Ende eines Wahrzeichens
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Vier von fünf Alisuper-Märkten schließen ihr Tore für immer, nachdem Rettungsversuche für die 81 Läden des bankrotten Mutterkonzerns Alicoop in Lissabon, an der Costa da Caparica und in der Algarve (75 Geschäfte) gescheitert sind (s. ESA 12/09). Der Staat lehnte eine Bürgschaft für das Traditionsunternehmen ab. Auch ein Bankenkonsortium unter Führung der Caixa Geral de Depósitos wollte kein Geld mehr in das Unternehmen stecken. Die Algarve verliert ihre größte Kette von Lebensmittelläden, die nach der Nelkenrevolution als Kooperative in dieser Region entstand und Menschen zum eigenen Laden verhalf, die mangels Eigenkapital diese Chance nie gehabt hätten Gleichzeitig bekamen kleine Orte Gemischtwaren-Läden, die durch die genossenschaftliche Vernetzung praktisch alle Waren anbieten konnte.
Seit August 2009 hat Alisuper € 80 Mio. Schulden angehäuft. Das Überleben der Kette mit immer neuen Finanzspritzen zu sichern, sei „wie der Umgang mit einem Todkranken, dessen Herz nur dank Maschinen weiter schlägt, obwohl keine Hoffnung auf Heilung mehr besteht“, sagt ein Banksprecher. Die 380 Angestellten, die in diesem Monat endgültig ihre Arbeitsplätze verlieren, kämpften bis zum Schluss gegen das Aus ihrer Betriebe. Ihre letzte Aufgabe ist nun, Warenbestände aus den geschlossenen Läden in die 13 bis 16 Geschäfte zu schaffen, die vorerst bestehen bleiben sollen. Der Insolvenzverwalter hat mit dem Arbeitsamt Weiterbildungsmaßnahmen für die Entlassenen ausgehandelt, die für eine Übergangszeit 65 % ihres Bruttolohns erhalten.
Zu Alicoop gehören außerdem die Läden Macral und Geneco. Auch sie stecken tief in den roten Zahlen. Alicoop-Verwaltungschef José António Silva ist dennoch zuversichtlich, eine Lösung für eine Weiterführung oder Wiedereröffnung zu finden. Der internationale Wirtschaftsprüfer Deloitte hat mit entsprechenden Vorschlägen neue Hoffnung geweckt. Danach soll der Konzern unter anderem Namen und internationaler Beteiligung (SPAR / Os Mosqueteiros) wieder erstarken. Hauptfinanzier soll dabei die Bank Millennium BCP werden, die als derzeitiger Hauptgläubiger ihre Ansprüche in eine Investition umwandeln soll.
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